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Ein Haus mit Vergangenheit

Die Geschichte der Mohrenapotheke

Das Gebäude der Mohrenapotheke hat seinen Ursprung in der Gotik. Über fünf Jahrhunderte apothekarischer Tradition haben ihre Spuren an der Fassade, im Gewölbe und in den Urkunden dieses Hauses hinterlassen.

Historische Aufnahme der Fassade der Mohren-Apotheke mit Eckstatue

Nachdem das Gebäude 1532 während eines großen Stadtbrandes zerstört worden war, nahm sich Dr. Wolfgang Kappler des Wiederaufbaus an und gründete die Adler-Apotheke. Die Gründung sorgte für heftige Auseinandersetzungen mit ansässigen Ärzten: Kappler verlangte, dass diese keine Medikamente verkaufen dürften, solange er Apotheker in der Stadt sei. Man einigte sich darauf, dass Ärzte zwar Apotheken halten, aber nicht heimlich Medikamente abgeben dürfen — Kappler führte seine Apotheke dennoch bis zu seinem Tod 1567.

1493 – 1567

Wolfgang Kappler

Geboren 1493 in Straßburg, Stadtarzt in Brünn, ab 1527 Apotheker in Krems. Nach dem großen Stadtbrand von 1532 nahm er sich dem Wiederaufbau an und gründete die Adler-Apotheke — den Vorläufer der heutigen Mohren-Apotheke. Er führte regen Rezeptaustausch mit Ärzten in Nürnberg und Brünn und starb 1567 als angesehener, wohlhabender Mann.

1530

Das Kappler'sche Wappen

Kaiser Karl V. verlieh Wolfgang Kappler das Hauswappen „für die vorzügliche Heilung Kranker und Bresthafter“ — bis heute an der Fassade zur Marktgasse zu sehen.

1592

Der heutige Standort

Apotheker Gregor Schultes nimmt das Haus „an das Rathauß stoßent“ auf dem täglichen Markt in Bestand — die genaue Lokalisierung der heutigen Mohrenapotheke.

19. Jahrhundert

Familie Zumpfe

Die Eigentumsverhältnisse der vorangegangenen Jahrhunderte sind nicht restlos erforscht. Mitte des 19. Jahrhunderts kommt die Apotheke in den Besitz der Familie Zumpfe.

1781

Das Deckenfresko

Martin Johann Schmidt — „Kremser Schmidt“ — schafft das figurenreiche Deckengemälde der Offizin: eine Allegorie der Pharmazie in einem antiken Götterhimmel, bis heute von Besuchern aus aller Welt bestaunt.

1895 – 1969

Gustav Steinschorn

Das dritte Stockwerk erhält sein mit heimischen Heilkräutern geziertes Fresko-Schmuckband aus der Hand des Malers Gustav Steinschorn.

Seit Jänner 2008

Mag. pharm. Robert Baldrian

Robert Baldrian übernimmt die Mohrenapotheke von seinem Vorgänger Mag. pharm. Manfred Zumpfe und entwickelt sie zu einer TCM-Apotheke mit hochwertigen Schwarz- und Grün-Tees weiter.

Statue und Wappen an der Fassade der Mohren-Apotheke
Steinerne Zeugen

Sommer und Winter an der Hausecke

An der Hausecke auf Höhe des zweiten Stockwerks thronte ursprünglich die namensgebende Sandstein-Statuette eines Mohren. Heute steht dort eine Kopie des „Sommers“, dargestellt durch einen Mann mit Fruchtkorb — das Original aus dem Jahr 1573 befindet sich im Museum Krems. An der Hausecke diagonal gegenüber trotzt der „Winter“ bis heute unbeschadet den Witterungsverhältnissen.

Und natürlich darf das flache Gewölbe der Apothekenoffizin nicht vergessen werden, das tagtäglich von Besuchern aus aller Welt bestaunt wird: das figurenreiche Deckengemälde von Martin Johann Schmidt aus dem Jahr 1781, eine Allegorie der Pharmazie in einem antiken Götterhimmel.

Quellen: Ernst Kalt, „Krems einst und jetzt“, Landzeitung 1956, Sonderdruck · Harry Kühnel, Kremser Apotheker und Ärzte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Mitteilungen des Kremser Stadtarchivs 1, 1961 · Rupert Feuchtmüller, Der Kremser Schmidt, 1989

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